| |
Höchstwahrscheinlich
siedelten am Trasimeno-Nordufer zunächst die Umbrer, bevor
diese von den Etruskern an die östlichen Ufer des Tiber vertrieben
wurden. Unter den Römern erhielt die Siedlung ihre erste Verteidigungsanlage
mit einem Turm. Zusammen mit der Feste von Monteruffiano kontrollierte
sie den historischen nördlichen Durchgang - für Jahrhunderte
der einzige Verkehrsweg zwischen dem Norden und dem Zentrum
der Halbinsel. Daher stammt vermutlich auch der Name des Ortes
Passignano: Passinianum, also Platz des Durchgangs - von der
verbalen Grundform Passinius oder Passenius. Passignano wurde
217 v.Chr. ohnmächtiger Zeuge der berühmten strategischen
Falle Hannibals, die den Konsul Flaminius und 15.000 Römer
das Leben kostete. Die Festung entstand unter den Langobarden
im 5. und 6. Jahrhundert. Später wurde die Stadtmauer hinzugefügt.
Ihre endgültige Form erhielt die Festung nach 1100 - in der
Zeit, als Passignano unter die Herrschaft von Perugia geriet,
das auch die Wegehoheit und damit die Kontrolle über das gesamte
Terrain gewann. Die Festung hatte drei Tore, zahlreiche Türme
und Türmchen. Zur Seeseite hin war sie offen. Im frühen 19.
Jahrhundert wurde das Mauerwerk auf Befehl des Kirchenstaats
zerstört, nicht zuletzt um Baumaterial für eine höher gelegene
Poststraße zu gewinnen, die nicht mehr vom Wasser des Sees
überschwemmt werden konnte. Nur der nördliche Teil des Mauerwerks
blieb erhalten.Die Bedingungen eines Durchgangsorts - nicht
nur zwischen Florenz und Perugia, sondern auch zwischen Tyrrenischem
und Adriatischem Meer - machten Passignano schon seit dem
Mittelalter zu einem lebendigen und blühenden Zentrum, reich
an Gaststätten und Unterkünften. Das war der Beginn seiner
Rolle als Reiseziel, die ihren Höhepunkt Anfang des 20. Jahrhunderts
durch die Gründung der trasimenischen Schiffahrtsgesellschaft
erreichte. Deren erstes Dampfschiff, die "Concordia", brachte
1907 Königin Margherita von Savoyen über den See. Später wurde
eine Ausbildungsstätte für Wasserflugzeug-Piloten gegründet.
Bald siedelte sich auch die Fabrik SAI Ambrosini an, berühmt
nicht durch für den Flugzeugbau, sondern auch für die aus
ihrer Werft stammenden Weltcup-Segler "Il Moro di Venezia",
"Azzurra" 3 und 4 und viele andere.
|